Wir wollen richtige Bildung, Frau Löhrmann!

Sehr geehrte Frau Löhrmann,

ich glaube tatsächlich, dass ich diesen Brief stellvertretend für fast alle 2, 5 Millionen Schüler des Landes Nordrhein-Westfalen schreibe. Denn wir sind unzufrieden und wollen richtige Bildung!

Ich habe das Gefühl, dass Sie und die gesamte Politik unter Bildung mittlerweile nur noch die Vermittlung von Wissen verstehen. Doch Bildung ist so viel mehr. Bildung ist die Grundlage für unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und ein erfülltes Leben. Bildung soll unsere Persönlichkeit entwickeln, unsere Neugier wecken und befriedigen und neben Wissen auch Werte vermitteln. Aber all das tut sie – mindestens in NRW – nicht.

Wir lernen nicht fürs Leben, sondern für die Schule!

Viele Schüler leiden heute unter Burnout, Depressionen und manche haben sogar Suizidgedanken. Laut dem Psychiater und Autor Michael Schulte-Markwort kommen diese psychischen und physischen Probleme mittlerweile bereits bei Jugendlichen und Kindern vor, die eine „ausreichende Intelligenz“ besitzen und den „normalen Anforderungen“ entsprechen. Doch schon lange ist klar, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben und auch wir Schüler werden auf Leistung optimiert und reduziert, damit wir am Ende alle in das Raster passen. Denn was haben wir schon für Chancen mit einer fünf in Mathe und Chemie? Wir können noch so kreativ oder sprachgewandt sein, trotzdem müssen wir unsere Energie zu großem Teil in Fächer stecken, an denen wir kein Interesse hegen und in überflüssiges Wissen, welches wir nur für die nächste Klausur brauchen. Ja, wir brauchen in allen Bereichen ein gewisses Grundwissen, aber Lern- und Lebensinhalt stimmen kaum noch überein.

Die Schule hat die Aufgabe, uns in allen wichtigen Bereichen zu lehren und uns auf unsere Zukunft vorzubereiten. Durch das viele unnütze Wissen aber verlieren wir Schüler unsere Lust und Neugier, die Welt verstehen zu wollen. Angeforderte Zeit und Leistung nehmen absolut überhand, es sei denn, wir Schüler sollen außerhalb der Schule kein Leben mehr führen dürfen. Ich glaube, uns Schülern geht es weniger um irgendwelche Strukturdebatten um G8/G9,  sondern um die Inhalte und die Art des Unterrichts. Denn von der jetzigen Bildung bleibt bei den meisten am Ende nichts übrig. Also weshalb fülle ich mein Gehirn in seiner besten Lernphase mit so viel Schwachsinn?

Insgesamt muss der Unterricht viel umfangreicher und abwechselnder gestaltet werden. Klassen müssen öfters raus aus den maroden, heruntergekommenen, dunkeln Schulen und an die Orte des Geschehens. Biologieprojekte im Wald, Geschichte im Museum, Politik im Landtag. Die Schüler dürfen nicht von der Theorielast erdrückt werden, müssen zum Nachdenken und Kritisieren angeregt werden und den Unterricht maßgeblich mitgestalten.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Lehrer. Motivation und Lob sind für die meisten Lehrer Fremdwörter und außerdem können viele von ihnen noch nicht mal mit Kindern  und Jugendlichen umgehen und/oder machen keinen sinnvollen Unterricht. Es liegt hauptsächlich am Lehrer und seinen Unterricht, ob Schüler interessiert sind und etwas lernen wollen, denn er hat den größten Anteil am Erfolg. Doch warum kann dann jeder Lehrer werden? Hinzukommt, dass zahlreiche Lehrkräfte überfordert sind und ihr Beruf zu denen gehört, aus dem mit die meisten Burnout-Patienten kommen. Denn sie müssen „zwischenmenschliche Extremsituationen“ meistern und die Lehrpläne schnellstmöglich durcharbeiten. Deshalb brauchen wir mehr Lehrer und sie brauchen mehr Freiräume. Außerdem sollten sie in den dezentralisierten Klassen, in denen sich die Schüler die Lerninhalte gemeinsam in fächerübergreifenden Projekten erarbeiten, lediglich als Berater fungieren.

Schule als Wertevermittler. Werte und Umgangsformen bestimmen unser Leben in einem großen Maße, doch kommen sie in der Schule viel zu kurz. Respekt und Zivilcourage, Solidarität und Hilfsbereitschaft sind nicht nur Teil und Aufgabe der familiären Erziehung, sondern auch der Schule. Wir müssen vor dem Berufsleben lernen, mit Konflikten und Misserfolgen umzugehen. Jeder weiß, dass das und der Umgang mit unseren Mitmenschen und der Umwelt wichtiger sind als Trigonometrie oder eine Dramenanalyse. Ich finde, wenn jemand hilfsbereit ist, kann er der Gesellschaft durchaus mehr bringen, als einer mit einem 1,0er Abischnitt. Trotzdem wird uns Schülern eingetrichtert, das Lebensglück sei vom NC abhängig. Übrigens sollte auch beim Einschreiben für das Studium der NC nicht das Entscheidende sein.

Es fängt an mit Zeit, die uns genommen wird. Und am Ende ist es fast die ganze Jugend, die doch so oft gepredigte beste Zeit des Lebens, um die wir mit Ableitungsfunktion  und Proteinbiosynthese beraubt werden. Das kann doch nicht der Sinn dahinter sein!

Meiner Meinung nach werden in den Schulen Potential, Kreativität, Lebenslust und Gemeinschaftssinn verschwendet und zum Teil sogar vernichtet. Die Prioritäten werden ganz falsch gesetzt. Also nutzen Sie es doch aus, (noch) im Ministerium und in der Regierung zu sitzen. Ich weiß natürlich, dass Sie an dem Zustand dieses Bildungssystems nicht alleine Schuld sind, sondern auch Frau Kraft und die SPD zu einem Teil.

Eine gute Bildungsreform würde NRW wieder neuen Schwung geben und würde dazu führen, dass Schüler besser aufs Leben vorbereitet aus der Schule gehen könnten. Der Mensch beginnt nicht erst mit dem Abitur und darum muss die Politik sich um die Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen und Kinder kümmern. Deutschland steht nur eine gute Zukunft bevor, wenn Bildung grundlegend revolutioniert wird und wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt wird. Es gibt keine bessere Investition als in uns, die Zukunft!

Ich weiß nicht, weshalb sich so viele Schüler von diesem schrecklichen System freiwillig unterdrücken lassen.
Aber wir sind 2, 5 Millionen!
Wir haben die Macht dieses System zu ändern!
Notfalls gehen wir auf die Straße, und zwar außerhalb der Ferien!

Und damit Sie sehen, dass ich nicht der einzige Unzufriedene bin, hier ein paar Zitate, die meine Kritik nochmal gut auf den Punkt bringen.

„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ´ne Gedichtsanalyse in 4 Sprachen schreiben.“ -Naina auf Twitter

„Es kann doch nicht sein, dass wird auf der einen Seite immer länger leben, aber ausgerechnet die erste Phase des Lebens unserer Kinder und Jugendlichen dermaßen beschleunigen. Warum?“ –Harald Lesch

„In der Schule, da rieselt der Putz von den Wänden mit dem Kalk in den Köpfen der Lehrer um die Wette.“ -Volker Pispers

„Wir sind Schüler von heute,
die in Schulen von gestern,
von Lehrern von vorgestern,
mit Methoden aus dem Mittelalter,
auf die Probleme von übermorgen vorbereitet werden.“ -Dr. Peter Pauling

„Da schwingt immer noch dieses Stück preußischer Beamtendisziplin durch, also Schule als Institution, bei der es nicht darum geht, die Kreativität des Einzelnen zu beflügeln und ihn vielleicht auch auf seinen ganz eigenen Weg zu befördern, sondern eher eine Institution, die etwas tut, was völlig abwegig ist, nämlich uns alle sozusagen in ein Raster zusammen zu setzen. Da läuft wirklich fundamental was falsch.“ -Ranga Yogeshwar

„Mit 17 Abitur, 20 Bachelor, 22 Master. Es scheint noch nicht bei allen angekommen zu sein, dass die Lebenserwartung über 36 gestiegen ist.“ –Anonym

„Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern.“ –Nelson Mandela

„Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung. Keine Bildung.“ –John F. Kennedy

Mit freundlichen Grüßen
Anton Eickel

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Die Massentierhaltung – eine Schweinerei

 

Noch vor einigen Tagen empörten sich die Menschen hier zu Lande über Misshandlungen an Elefanten im Zoo Hannover. Überhaupt hat sich das Verhalten von uns Deutschen, was den Umgang mit Tieren angeht, stark verändert. Die kontinuierlich steigende Zahl der Vegetarier in Deutschland liegt bei etwa acht Millionen, wir sehen unsere Haustiere als Weggefährten an und die Zoos werden immer artgerechter umgebaut, weil wir das Leid von Tieren nicht mehr mitansehen wollen und können. Doch schon beim zweiten Hingucken wird der Widerspruch deutlich. Wir mögen uns zwar auf der einen Seite mit Tieren sensibilisieren, jedoch wird das Töten außerhalb unseres Blickfeldes in der Massentierhaltung, oder geschönt „Intensivtierhaltung“ genannt, immer bestialischer und ekelhafter. Sicherlich wollen die Tierhalter bei dem Wettbewerb auf dem Markt mithalten können, aber zu welchem Preis?

Beschäftigt man sich erstmal mit der Massentierhaltung, bemerkt man, was für eine globale Bedeutung dieses Thema hat. Zunächst ist es natürlich offensichtlich, dass sich die Tiere in der Intensivtierhaltung nicht wohl fühlen. Zu tausenden werden  sie auf engstem Raum zusammengepfercht ohne Bewegungsfreiheit und Tageslicht. Ein Huhn lebt beispielsweise auf der Fläche eines Taschentuches. Das führt dazu, dass für die Tiere kein Sozialleben mehr möglich ist und das einzelne Tier gewaltsam an die Haltungsformen angepasst wird. So werden den verschiedenen Tieren Schnäbel, Hörner, Ringelschwänze usw. ohne Betäubung entfernt.

Ein weiterer Punkt, der gegen die Massentierhaltung spricht, ist der gesundheitliche Aspekt. Vorsichtshalber werden die Tiere mit Antibiotika vollgepumpt, da sich Krankheiten sonst in den engen, warmen Ställen schnell ausbreiten würden und man diese Tiere logischerweise nicht verkaufen könnte. Doch auf Dauer werden einige Keime resistent und gelangen dann ebenso wie die Antibiotika-Rückstände im Fleisch auf unsere Teller.

Besonders in Mitleidenschaft gezogen wird in der Intensivtierhaltung neben den Tieren auch unsere Umwelt. Zum einen dient nämlich die Gülle der Tiere als Dünger für die Felder der Bauern. Aber leider wird mit diesem Dünger gerne mal übertrieben, wodurch Nitrat und Phosphat in das Grundwasser sickern und es verschmutzen. Zum anderen wird etwa die Hälfte der weltweiten Getreideernte für die Nahrung der Tiere aus Massentierhaltung benötigt. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Nahrung ist genmanipuliertes Soja aus Süd- und Nordamerika. Für den Anbau dieser Monokulturen werden täglich immer noch große Flächen Regenwald abgeholzt. So addiert sich der vernichtetet Regenwald im Durchschnitt für 1 kg Rind auf 50 Quadratmeter. Desweiteren werden für dieses eine Kilo Fleisch 20.000 Liter Trinkwasser verbraucht, 16 kg Getreide und Soja und mehr Treibhausgase als bei einer 250 km langen Autofahrt erzeugt.

Es zeigt sich also, dass der Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten zunehmend zu einem ökonomischen Prozess wurden, in dem der Preis eine größere Rolle spielt als das Wohl der Tiere. Man kann es eigentlich gar nicht mehr als ein Leben bezeichnen, was die Tiere da durchmachen müssen. Ich möchte jetzt der ethischen Frage, ob wir überhaupt Fleisch essen dürfen, gar nicht auf den Grund gehen, aber wie können wir es schaffen, Fleisch wieder mit einem reinen Gewissen zu essen?

Meiner Meinung nach sollten wir zu einer nachhaltigen, artgerechten und kleinbäuerlichen Tierhaltung zurückkehren. Die Tiere sollten wieder richtig leben können mit Tageslicht, frischer Luft, Auslauf und sozialen Kontakten. Dann könnte Fleisch nicht nur als ein BIO-Produkt, sondern auch als ein Produkt aus der Region angeboten werden. Doch die kleinbäuerlichen Betriebe könnten dann wohl kaum den gesamten Hunger der Deutschen nach Fleisch stillen. Deshalb sollten wir, so hart das auch klingen mag, unsere Ernährungsgewohnheiten umstellen und Fleisch wieder als etwas Kostbares und nicht-alltägliches wahrnehmen. Außerdem würde der Preis etwas steigen. Auf seinen eigentlichen Wert. Ich meine 100 g Hähnchen für nur 24 Cent? Fast alles andere aus’m Supermarkt ist doch teurer als das Hähnchen, obwohl das Tier aufgezogen, gefüttert, abtransportiert, geschlachtet, gerupft, ausgenommen, verarbeitet, verpackt und erneut transportiert worden ist. Und gibt es überhaupt ein Recht auf günstige Tierprodukte? Also bis wir uns von Fleisch aus Zellkulturen ernähren, sollten wir unseren Umgang mit „Nutztieren“ mal besonders überdenken und dem Tier und der Umwelt zuliebe das ein oder andere Mal auf Fleisch verzichten.

„Es wird die Zeit kommen, da das Verbrechen am Tier ebenso geahndet wird wie das Verbrechen am Menschen.“ –Leonardo da Vinci

„Es gibt keinen objektiven Grund für die Annahme, dass menschliche Interessen wichtiger seien als tierische.“ –Bertrand Russell

„Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit.“ –Albert Schweitzer

Quellen:

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/tierfutter-gefahr-fuer-die-umwelt-und-die-welternaehrung-100.html

https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung

https://www.youtube.com/watch?v=JHd0V6FmfVQ

https://www.youtube.com/watch?v=LqTY1zGO03o

https://www.youtube.com/watch?v=S14cRi8vLSM